7. Dezember 2017 Michael Beuckert

Offener Brief: Glyphosateinsatz verbieten


Offener Brief: Verbot von Glyphosateinsatz und Verzicht auf Pestizideinsatz auf öffentlichen, sowie landwirtschaftlich genutzten Flächen der Stadt Rothenburg ob der Tauber sowie Flächen der Hospitalstiftung zum Heiligen Geist.


Sehr geehrter Oberbürgermeister Hr. Hartl, sehr geehrte Vertreter der Fraktionen im Rothenburger Stadtrat, sehr geehrte Vertreter der Presse.


Ich möchte Sie als Bürger der Stadt Rothenburg ob der Tauber, sowie Kreissprecher des Kreisverbandes Ansbach / Weißenburg-Gunzenhausen DIE LINKE., bitten folgenden Themen zu behandeln und den nachfolgenden Antrag im Stadtrat zu beschließen:


Die Stadt Rothenburg ob der Tauber, sowie die Hospitalstiftung zum Heiligen Geist verpflichten sich:



  1. Ab sofort, bei Abschluss von Pachtverträgen für städtische Flächen, sowie Flächen der Hospitalstiftung und bei der Verlängerung von Pachtverträgen eine Klausel einzufügen, mit der sich die Pächter zu einem vollständigen Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden und insbesondere glyphosathaltigen Mitteln auf diesen Flächen verpflichten.

  2. Diese Vorgabe auch bei Verträgen umzusetzen, die eine automatische Verlängerung

    für den Fall vorsehen, dass keine Kündigung seitens des Pächters erfolgt.

  3. Ab sofort auf allen kommunalen Flächen (Kulturland sowie Nichtkulturland) keine chemisch-synthetischen Pestizide (Pflanzenschutzmittel) insbesondere kein Glyphosat einzusetzen.

  4. Private Dienstleistungsunternehmen, die den Auftrag zur Pflege öffentlicher Flächen erhalten, ebenfalls zu einem Pestizidverzicht, insbesondere Glyphosatverzicht zu verpflichten.

  5. Bienen- und insektenfreundliche Blühflächen oder Projekte auf ihren Flächen zu fördern.

  6. Bürger*innen über die Bedeutung von Biodiversität, in der Stadt und auf Flächen der Hospitalstiftung zum Heiligen Geist, informiert und gleichzeitig Möglichkeiten zum Schutz von Bestäubern wie Bienen und Wildbienen sowie giftfreie Maßnahmen beim Gärtnern aufzeigt.

  7. Öffentlichkeitswirksam an Landwirte und BürgerInnen zu appellieren, auf den Einsatz von Pestiziden und insbesondere Glyphosat auch auf privaten Flächen zu verzichten.


Begründung:


Pestizide, insbesondere Glyphosat sind ein Verhängnis für die Tier- und Pflanzenwelt, damit auch für den Menschen. Nicht nur die unerwünschten Wildkräuter werden beseitigt, sondern auch Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlinge und Fledermäuse. Pestizide schädigen und töten Insekten und Wildkräuter direkt oder sie dezimieren ihren Lebensraum und ihre Nahrung.

Von den fast 600 Wildbienen-Arten in Deutschland steht rund die Hälfte auf der Roten Liste. Dabei sind blütenbesuchende Insekten unentbehrlich für die Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen. Sie erhalten die Pflanzenvielfalt und sichern landwirtschaftliche Erträge und damit unsere Ernährung.


Die Aufnahme des Wirkstoffes Glyphosat wirkt für Bienen als auch für andere Insekten tödlich.

Das dramatische Insektensterben der letzten Jahre ist u.a auf den Einsatz von Glyphosat

zurückzuführen und hat laut mehrerer wissenschaftlicher Studien katastrophale Wirkungen auf

die Nahrungsmittelproduktion. Darüber hinaus hat die Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ eingestuft.


Die Stadt Rothenburg ob der Tauber sollte eine Vorreiterrolle für Umwelt und Klimaschutz in der Region einnehmen, sie sollte nicht nur ein soziokultureller Ort der Vielfalt sein, sondern auch ein ökologischer Ort der Vielfalt.

Mit solidarischen Grüßen



Michael Beuckert





Quelle: http://www.die-linke-ansbach.de/politik/presse/detail/artikel/offener-brief-glyphosateinsatz-verbieten/